BER DROps-Verfahren
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Das BER DROps-Verfahren

Vorschlag zum aktiven Lärmschutz für die Anrainergemeinden des BER
und zur Erhöhung der Flugsicherheit

DROps steht für Dedicated Runway Operations. Das bedeutet dedizierter oder gewidmeter Betrieb der Pisten.

Nach Ansicht des damaligen Ministerpräsidenten, Herrn Platzeck, ist mit einem klugen Betriebsverfahren bei zwei Start- und Landebahnen zu erreichen, daß außerhalb der Stoßzeiten Menschen, die unter den Flugrouten der einen Bahn leben, Ruhe bekommen, weil nur die andere genutzt wird. Auch Umweltbundesamt und Landesamt für Umwelt befürworten flugbetriebsfreie Zeiten bzw. Erholungspausen für die einzelnen bahnbezogenen Betriebsrichtungen, die durch einen entmischten Flugbetrieb möglich werden.

Das BER DROps-Verfahren ist ein solches Betriebsverfahren, das dazu beitragen soll, keinen anderen mehr als nach den Umständen unvermeidbar durch den Flugbetrieb des BER zu belästigten. Außerdem würde es das Kollisionspotential senken und dabei sowohl die planfestgestellte Kapazität als auch die wirtschaftliche Perspektive des Projekts nicht beeinträchtigen.


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Eine echte Option für BER – entmischter unabhängiger Betrieb der Pisten

Wildau beantragte mit dem BB-Modell zur 81. Sitzung der „Fluglärmkommission“ (FLK) die Prüfung des entmischten unabhängigen Parallelflugbetriebes. Es stieß zunächst jedoch auf mehrheitliche Ablehnung. Die FLK erkannte, daß dieses Modell den Lärmteppich zwar beachtlich verkleinert, aber die Belastung für viele dann noch immer betroffene Menschen unzumutbar verdoppelt. Darum kann ein entmischter Betrieb nur in Verbindung mit wechselnder Widmung der Pisten akzeptiert werden. Das BER DROps-Verfahren berücksichtigt dies im Rahmen der für BER festgelegten Flugverfahren. Etliche Diskussionen mit Anrainern des Flughafens und damit verbundene Anregungen widerspiegeln sich in diesem Betriebsverfahren, dem London-Heathrow als Vorbild diente. Folgendes Video zeigt, wie der entmischte Parallelflugbetrieb mit wechselnder Widmung der Pisten auf einem der effizientesten Flughäfen der Welt gehandhabt wird. (siehe auch Testbetrieb operationeller Freiräume - Abschlußbericht (engl.), Künftige Anwendung operationeller Freiräume - Zusatzbericht (engl.))

 

Das BER DROps-Verfahren wurde im Frühjahr 2014 eingereicht. Ein Prüfauftrag der FLK an die AG Betriebsregime der Landesregierung blieb unbeantwortet. Deshalb beschloß die Kommission auf ihrer 96. Sitzung, das Konzept durch externe Fachleute bewerten zu lassen.
Welche Änderung der Fluglärmbelastung sich einstellt, wenn z. B. nur auf der Südbahn gestartet oder gelandet wird, war von Mai bis Oktober 2015 während der Sanierung der Nordbahn für den BER zu erleben. Aber leider hat die FLK noch nicht die vorgesehenen Behörden und die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH dahingehend beraten können, wie mit einem klugen Betriebsverfahren die Belästigung durch Fluglärm eingeschränkt werden kann.

Wie kann es weitergehen?

  • Zuerst sollte die grundsätzliche Umsetzbarkeit des BER DROps-Verfahrens bestätigt werden, um jederzeit die Flüge gemäß festgestelltem Plan – höchstens ca. 83 pro Stunde bzw. 360.000 p. a. – abwickeln zu können.
  • Als nächstes könnte das Umweltbundesamt ein modifiziertes Datenerfassungssystem (DES) erstellen, die Anzahl der Betroffenen in 1 dB-Schritten ermitteln und eine lärmfachliche Bewertung abgeben.
  • Abschließend würde die FLK bestimmungsgemäß darüber beraten und ein Betriebsverfahren vorschlagen, bei dem keiner mehr als nach den Umständen unvermeidbar durch den Flugbetrieb des BER belästigt wird.

Die Beschlüsse des Brandenburgischen Landtags vom 01.09.2011 sowie der Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und gegen Luftverunreinigungen durch Luftfahrzeuge (FLK) vom 19.09.2016 bieten dafür die Grundlage.

Sollten mit dem BER DROps-Verfahren in Spitzenstunden nicht alle Flugbewegungen abgewickelt werden können, kann man das Aufkommen von bis zu ca. 83 Flügen pro Stunde im gemischten unabhägigen Betrieb bewältigen. Die diifferenzierte Nutzung der vorhandenen An- und Abflugverfahren ermöglicht es, die Betriebsarten entsprechend der Verkehrslage bedarfsgerecht zu wechseln. Zusätzliche Flugverfahren sind dazu nicht erforderlich.

Dieser Modus Vivendi läßt sich durchaus mit allen anderen Rahmenbedingungen des BER und insbesondere mit dem Planfeststellungsbeschluß zum Ausbau des Verkehrsflughafens Berlin-Schönefeld vereinbaren.

Stand: 19.09.2016

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