Steigverhalten
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Steigverhalten unter Berücksichtigung von Querneigung und Temperatur

Die Einhaltung der Höhenvorgaben ist bei den Abflugverfahren LULUL 1B und ROKMU 1B zwingend erforderlich. Die Flugwege dieser Abflüge kreuzen über Schönhagen einige Anflugverfahren. Für eine sichere, geordnete und flüssige Abwicklung des Luftverkehrs sollten die Abflüge vor dem Kreuzungsbereich mindestens 300 m höher sein als die Anflüge. Dafür ist der Flugweg aber äußerst knapp bemessen, so daß mit den kurzen Abflugverfahren die Hälfte aller Flüge einen potentiellen Konflikt verursacht. Will man diesbezüglich das Steigverhalten wirklichkeitsnah vorhersehen, sind beeinflussende Faktoren unbedingt zu berücksichtigen.

Einfluß des Kurvenflugs auf das Steigverhalten


Ein Luftfahrzeug steigt umso besser, desto größer der Auftrieb gegenüber dem eigenen Gewicht ist. Die vertikale Auftriebskraft (FV) wirkt der Gewichtskraft (FG) des Flugzeugs entgegen und beeinflußt damit maßgeblich das Steigverhalten. Für den Kurvenflug wird das Flugzeug in eine Querneigung gesteuert, um zwei aus der aerodynamischen Auftriebskraft (FA) resultierende Teilkräfte zu erhalten. Zum Steigen kann nur die resultierende vertikale Auftriebskraft genutzt werden. Der andere Teil mündet in die Zentripetalkraft (FZ), welche das Luftfahrzeug in die Kurve drückt. Richtet der Pilot die Tragflächen waagerecht aus, steht im Geradeausflug der gesamte aerodynamische Auftrieb als vertikale Auftriebskraft zur Überwindung der Gewichtskraft zur Verfügung und das Steigverhalten ist besser als im Kurvenflug.
Die Dichte der Luft geht als Faktor zur Hälfte in die Größe der aerodynamischen Auftriebskraft ein. Je kühler die Luft, desto größer ist ihre Dichte und damit der aerodynamische Auftrieb. Um die Abflugverfahren bezüglich des temperaturabhängigen Steigverhaltens adäquat planen zu können, muß man die Flugplatzbezugstemperatur mit einbeziehen.
Darum kann das Steigverhalten im Geradeausflug bei 2°C kein Beleg dafür sein, daß die Höhenvorgaben der Abflugverfahren LULUL 1B und ROKMU 1B jederzeit zufriedenstellend eingehalten werden. Das zu belegen, sollte man das Steigen im Kurvenflug bei Flughafenbezugstemperatur betrachten.

Webpräsenz Achim Lorber | Stand: 31.07.2012

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