|
Fazit: Zuletzt wurde bei den betreffenden Verfahren der zwingend erforderliche Abflug-Steiggradient abgeschafft. Geraume Zeit zuvor waren sie über den Punkt LULUL hinaus zu den Wegpunkten KISUC und SUKIP weitergeführt und in Q‑Abflugverfahren umbenannt worden. Bei ihnen ist die Flugstrecke bis zum Konfliktbereich mit den Anflügen u. a. durch frühes Abdrehen vor dem Ende der Startbahn, das laut DFS GmbH eigentlich unterbunden werden sollte, im Vergleich zum Szenario ORG 4 erheblich kürzer. Folglich wird der Punkt POBAM grundsätzlich in niedrigerer Flughöhe erreicht, als es gemäß der Fachplanung in Bezug auf das Konfliktpotential zwingend erforderlich wäre. Diese Umstände lassen das zwischenzeitlich abgesenkte Konfliktpotential von neuem auf ein inakzeptables Maß anwachsen. Ein Luftdruck über 1013 hPa und das Steigverhalten sowohl im langsameren Kurvenflug als auch bei höheren Temperaturen verschärfen diesen Mißstand, was nur lückenhaft bei der Festlegung der Flugverfahren Berücksichtigung fand. Folglich stehen die Abflugverfahren KISUC 1Q und SUKIP 3Q in ihrer derzeit festgelegten Fassung zweifellos der ordnungsgemäßen und flüssigen Betriebsdurchführung entgegen.
Im Gegensatz dazu werden beim BER·DROps die Q‑Abflugverfahren nur bedingt genutzt. Piloten können einen Flugplan mit Q‑Abflugverfahren via POBAM aufgeben, erhalten dafür aber erst dann eine Startfreigabe, wenn über Trebbin keine potentiellen Konflikte im Kreuzungsbereich mit den Anflügen erwartet werden. Deshalb muss die Platzkontrollstelle (TWR Berlin) das vorher abklären indem sie die Zustimmung der Anflugkontrollstelle (APP Berlin) zur Startfreigabe für ein kurzes Abflugverfahren einholt. Durch die Auflösung des Konfliktpotentials sind die Abflüge nicht mehr zu einem Steigflug mit mindestens 610 ft/NM (10 %) gezwungen und zum Nutzen von Anrainern und Luftfahrzeugbetreibern können lärmarme sowie CO2 (Kerosin) sparende Anflüge mit kontinuierlichem Sinken (CDA) durchgeführt werden. Zudem werden beim BER·DROps die über Schulzendorf, Zeuthen, Eichwalde und Wernsdorf führenden Z‑Abflugverfahren nicht genutzt.
|